Mehrwegwickelrohre für Teppichböden

  • Entwicklung und Bewertung eines marktreifen Mehrwegwickelrohres unter Einsatz von Rezyklaten (AiF 12812 N)
  • Förderung über Arbeitsgemeinschaft Industrieller Forschungsvereinigungen "Otto-von-Guericke" e.V. (AiF)
  • Projektlaufzeit: 01.02.2001 - 31.07.2003

Ziel des Forschungsprojektes

Über einen Zeitraum von 2 1/2 Jahren arbeiteten das TFI - Institut für Bodensysteme an der RWTH Aachen e.V. und das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT, Oberhausen, gemeinsam an der Optimierung von Wickelrohren, die zum Transport von Teppichböden eingesetzt werden. Ziele des Forschungsprojektes waren die Entwicklung eines optimalen Mehrwegwickelrohres für Teppichböden, ggf. unter Einsatz von Recyclaten und eines entsprechenden Logistiksystems sowie deren ökonomische und ökologische Evaluierung.

Ergebnisse

Eine Zumischung von Teppichboden-Rezyklaten in einen Grundwerkstoff aus Polypropylen (PP) für die Herstellung von Wickelrohren ist möglich, bewirkt jedoch keine Verbesserung der mechanischen Eigenschaften. Unter Berücksichtigung der Fertigungseigenschaften ist ein PP-Re-granulat mit einer 30%igen Zumischung von Talkum- unter den untersuchten Rohrwerkstoffen besonders gut geeignet. Die hieraus gefertigten Teppichbodenwickelrohre beweisen sowohl in labortechnischen Prüfungen als auch in Praxisversuchen bei einem Teppichbodenhersteller ihre Eignung als Mehrwegrohr.

Die ökonomische Bewertung des erstellten Logistikmodells zeigt, dass der Kostenausgleich für Rohre, die aus dem betrachteten System exportiert werden, sowie die Redistributionskosten, die höchsten Anteile an den Kosten eines Mehrwegsystems haben. Für die ökonomische Effizienz eines länderübergreifenden Mehrwegsystems hat die Auswahl der beteiligten Länder einen entscheidenden Einfluss. Aus der Gegenüberstellung eines auf Deutschland beschränkten Mehrwegsystems und eines Einwegsystems einschließlich einer organisierten Verwertung der Einwegrohre ergibt sich, dass ein Mehrwegsystem ökonomisch konkurrenzfähig sein kann.

Ein Vergleich der Auswirkungen der Lebenswegabschnitte Herstellung, Nutzung und Verwertung im Rahmen der ökologischen Bilanzierung zeigt, dass bei einem Einweg- oder Mehrwegsystem die Transporte in der Nutzungsphase einen wesentlichen Einfluss haben. Aus einer Gewichtsoptimierung des Mehrwegrohres ergäbe sich ein massgebliches Potential zur Verbesserung seines ökologischen Nutzens. Der überwiegende Teil der Umweltbelastungen durch das Mehrwegsystem ist ab einer Umlaufzahl von 9 geringer als bei einem Einwegwickelrohr.

Danksagung

Wir danken dem Forschungskuratorium Textil e.V. für die finanzielle Förderung des Forschungsvorhabens (AiF 12812 N), die aus den Haushaltsmitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit (BMWA) über die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen "Otto von Guericke" e.V. (AiF) erfolgte.


Der Schlussbericht ist als Schriftenreihe des TFI (2003/78) zu beziehen.

Kontakt

Dipl.-Ing. Christian Goetz
Phone: +49 241 9679 -145
c.goetz@tfi-online.de

 

 

 

 

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